Weniger ist mehr – das Schluckventil

Gecufft ist sicher? Diese Fortbildung zeigt, warum das ein Irrtum ist – und was das Schluckventil wirklich kann.

Live-Termin

7. Oktober 2026

Mittwoch · ab 18:00 Uhr · in 4 Wochen

Umfang
2

Unterrichtseinheiten

Punkte
2

bei Live-Teilnahme

Plätze
9

von 20 frei

55,00 

Umsatzsteuerbefreit – Kleinunternehmer gemäß § 6 Abs. 1 Z 27 UStG.

Plätze

  • Aufzeichnung inklusive Zum Nachhören, dauerhaft – auch wenn du am Termin nicht kannst.
  • Teilnahmebescheinigung über 2 Fortbildungspunkte Für alle, die live dabei waren – die Aufzeichnung allein zählt nicht.
  • Auf Rechnung buchbar Für Praxen, die nicht mit Karte zahlen. Den Zugang schalte ich frei, sobald deine Überweisung da ist.
  • Mehrere Plätze für das Team Anzahl oben wählen – jeder Platz bekommt einen eigenen Einlösecode.

Es heißt Sprechventil. Aber eigentlich ist es ein Schluckventil.
Und dieser kleine Namensfehler hat große klinische Konsequenzen.

In der Arbeit mit trachealkanülierten Patient:innen begegnet uns täglich eine Annahme, die sich hartnäckig hält: gecufft ist sicher. Kein Aspirat kommt durch, alles unter Kontrolle. Das Problem? Diese Annahme stimmt nicht – und kostet unsere Patient:innen gleichzeitig genau die Schutzmechanismen, die sie am dringendsten brauchen.

Ein geblockter Cuff verhindert nicht nur Aspiration. Er verhindert auch:

  • den Aufbau von subglottischem Druck – dem stärksten physiologischen Schutzreflex beim Schlucken
  • den Luftstrom durch Pharynx und Larynx – und damit die sensorische Awareness im Rachen
  • eine koordinierte Atem-Schluck-Koordination
  • effektives Husten – bis der Hustenreflex irgendwann ganz aufgegeben wird

Kurz: Der geblockte Cuff löst nicht das Schluckproblem. Er verstärkt es.

Weniger Blockung. Mehr Physiologie.

In dieser Fortbildung schauen wir uns gemeinsam an, was in einem schluckenden Körper passiert – und was in einem trachealkanülierten schluckenden Körper nicht mehr passiert. Du verstehst danach nicht nur was ein Schluckventil tut, sondern warum es eigentlich das Wichtigste in deinem therapeutischen Werkzeugkasten ist.

Der Titel ist Programm: Weniger invasive Maßnahmen führen zu besseren Outcomes. Weniger Blockung, weniger routinemäßiges Absaugen, weniger blinde Protokolltreue – dafür mehr Verständnis, mehr Differenzierung, mehr Lebensqualität für die Menschen, mit denen du arbeitest.

Was du mitnimmst

  • Die zwei Aufgaben des Schluckens – und warum wir therapeutisch zu oft nur eine davon im Blick haben
  • Die vier Hauptprobleme des geblockten Cuffs – von der Larynxelevation bis zum Hustenreflex
  • Die Physiologie des Schluckventils – was beim Entcuffen tatsächlich passiert und warum das so mächtig ist
  • Einsatz auch bei beatmeten Patient:innen – mit konkreten Ventiloptionen (Passy Muir 007, Primed Ventil)
  • Entcuffen vs. Absaugen – zwei Konzepte, die oft verwechselt werden und es nicht sein sollten
  • Klinische Entscheidungsfindung – welche Faktoren wirklich zählen, wenn du das Entcuffen abwägst

Für wen ist diese Fortbildung?

Für Logopäd:innen, die mit trachealkanülierten Patient:innen arbeiten oder das in Zukunft tun werden – egal ob auf Intensivstation, in der Frührehabilitation oder im Akutbereich. Du musst kein Tracheostoma-Profi sein. Du brauchst Grundkenntnisse in der Dysphagiearbeit – und die Bereitschaft, einen vertrauten Standard zu hinterfragen.

Die Inhalte basieren auf aktueller Evidenz, u. a. auf Arbeiten von Terk et al. (2007), Amathieu et al. (2012), Pryor et al. (2016) sowie dem Dysphagie-Klassiker von M. Groher – kombiniert mit dem klaren Blick dafür, wo die Studienlage noch dünn ist.

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